3. und 4. BEATLE-Dialogforum: Austausch, Perspektiven und gemeinsame Schritte in den Projektregionen
Mit den dritten und vierten Dialogforen setzte das BEATLE-Projekt seine partizipative Veranstaltungsreihe in den drei Regionen fort. In jeder Region haben die Teilnehmenden im ersten Treffen bereits ein Zukunftsbild für ein biodiversitätsfreundliches Landwirtschafts- und Ernährungssystem erarbeitet und in einem zweiten Treffen gemeinsam Beispiele für zivilgesellschaftliches und privatwirtschaftliches Engagement für Biodiversität gesammelt. Beim dritten Treffen im November letzten Jahres analysierten die Teilnehmenden, welches ökologische, ökonomische und soziale Potential verschiedene Formen des nicht-staatlichen Engagements haben. Beim vierten und letzten Treffen der Reihe stand nun vor allem der Austausch über Umsetzungswege hin zum beschriebenen Zukunftszustand, Handlungsspielräume und konkrete nächste Schritte im Mittelpunkt.
In Thüringen (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt und Saale-Orla-Kreis), Baden-Württemberg (Hohenlohekreis) und Mecklenburg-Vorpommern (Westmecklenburg) kamen erneut Akteurinnen und Akteure aus Landwirtschaft, Naturschutz, Verwaltung, Wirtschaft sowie zivilgesellschaftlichem Engagement zusammen. Die Dialogforen boten einen geschützten Raum, um unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen, Erfahrungen aus der Praxis zu teilen und gemeinsam zu reflektieren, wie Biodiversität regional gestärkt werden kann.

Vom Zukunftsbild zur gemeinsamen Verantwortung
Ziel des vierten Dialogforums war die Erarbeitung eines Entwicklungspfades – welche Maßnahmen (staatlich oder nicht-staatlich) bewirken eine Veränderung in Richtung des gemeinsam definierten Zielzustandes. Während das dritte Dialogforum vor allem der Potentialbewertung möglicher nicht-staatlicher Instrumente und Maßnahmen diente, richtete sich der Blick im vierten Forum stärker auf Veränderungsprozesse:
Wo liegen konkrete Einflussmöglichkeiten? Welche Maßnahmen, Projekte und Initiativen führen zum Ziel? Wer kann Verantwortung übernehmen?
In allen Regionen zeigte sich ein ähnliches Muster: Biodiversitätsförderung gelingt besonders dort, wo Vernetzung funktioniert und Menschen (gemeinsam) Verantwortung übernehmen – sei es durch eigene Projekte oder als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, in kommunalen Strukturen oder im persönlichen Umfeld. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig koordinierende Strukturen sind, die Informationen bündeln, Akteure zusammenbringen und Engagement langfristig unterstützen. Auch wenn das keine komplett neue Erkenntnis ist, wurde in den Diskussionen ebenso deutlich, dass die Umsetzung von Maßnahmen oft genug nicht an der Idee, sondern an mangelnder Finanzierung und bürokratischen Hürden scheitern. Trotz starker individueller Motivation und starkem Willen als Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft einen Beitrag zur Veränderung zu leisten, wurde immer wieder mehr politische Unterstützung als wichtiger Hebel für Veränderung genannt.
Dialog als zentraler Bestandteil des Prozesses
Ein wesentliches Ergebnis der Veranstaltungsreihe liegt nicht nur in einzelnen Projektideen, sondern im aufgebauten Austausch selbst. Viele Teilnehmende hoben hervor, dass die Dialogforen neue Kontakte ermöglichten, Perspektivwechsel angestoßen und Verständnis zwischen unterschiedlichen Interessengruppen gefördert haben. Statt nebeneinander über Herausforderungen zu sprechen, entstand Raum für gemeinsames Nachdenken und konstruktive Diskussionen.
Die Veranstaltungen wurden von lokalen bzw. regionalen Akteuren des Land- und Ernährungssystems getragen und gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverband Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale e.V. in Thüringen, dem Landschaftserhaltungsverband Hohenlohekreis e.V. in Baden-Württemberg sowie dem Landschaftspflegeverband Sternberger Endmoränengebiet e.V. in Mecklenburg-Vorpommern umgesetzt. Die breite Zusammensetzung der Gruppen erwies sich dabei als entscheidender Erfolgsfaktor für den offenen Dialog.
Wie geht es weiter?
Die Ergebnisse der Dialogforen werden zunächst nachbearbeitet und aufbereitet, bevor sie in bestehende Netzwerke und Veranstaltungen der Regionen eingebracht und dort weiter diskutiert werden. Ziel ist, die entwickelten Ansätze sichtbar zu machen, neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter zu gewinnen und den begonnenen Prozess langfristig zu verstetigen. Außerdem ist eine (Online-)Abschlussveranstaltung geplant, in der die wichtigsten Ergebnisse vorgestellt, diskutiert und der gemeinsame Projektabschluss sichtbar gemacht werden soll.
Das BEATLE-Projekt bedankt sich herzlich bei allen Teilnehmenden für ihre Zeit, ihre Offenheit und die vielfältigen Impulse aus der Praxis. Ihr Engagement zeigt, wie viel Gestaltungskraft in regionaler Zusammenarbeit steckt.
